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These 3 von 10

„Timmy hätte sich beim Bürgeramt einen Termin holen sollen.“

Warum das lustig ist

Die Vorstellung, ein Buckelwal müsse vor seiner Strandung erst einmal online einen Termin beim Bürgeramt buchen, ist so absurd wie typisch deutsch. Man sieht den Wal förmlich vor dem Bildschirm sitzen, auf service.berlin.de durch verfügbare Zeitfenster scrollen und feststellen, dass der nächste freie Termin in 27 Tagen ist — dann hat die Flut ihn längst wieder weggespült.

Warum das ernst ist

In Berlin lag die durchschnittliche Wartezeit auf einen Bürgeramtstermin laut Staatssekretärin Martina Klement bei 27 bis 30 Tagen. Das 14-Tage-Ziel des Senats wurde verfehlt. Systemweit werden in Berlin jeden Tag rund 1.000 Termine nicht wahrgenommen.

Die These parodiert ein Grundproblem der deutschen Verwaltung: Alles braucht einen Termin, eine Genehmigung, einen Antrag. Auch im Fall Timmy: Die privat organisierte Rettung benötigte eine behördliche Genehmigung. Pontons und ein Schwimmbagger wurden angeliefert — die Polizei untersagte den Einsatz und ließ die Tieflader abtransportieren.

Deutschland funktioniert nach Prozessen. Und wenn kein Prozess für „12-Tonnen-Buckelwal strandet in Zuständigkeitsgebiet des Landkreises Nordwestmecklenburg“ existiert, dann wird erst einer erfunden — und das dauert.