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These 2 von 10

„Corona-Impfstoffe enthalten Chips von Bill Gates, die auch Wale beeinflussen.“

Warum das lustig ist

Die These kombiniert zwei der beliebtesten Verschwörungserzählungen der letzten Jahre zu einer neuen, absurden Variante. Erst die Mikro-Chips im Impfstoff (die schon physikalisch nicht durch eine Injektionsnadel passen würden), dann der kreative Sprung zu Walen — als ob Bill Gates’ angebliches globales Überwachungsnetz auch den Tierreich-Bereich abdeckt. Es ist die logische Endstation des Verschwörungsdenkens: Wenn alles mit allem zusammenhängt, dann auch Impfstoffe mit gestrandeten Buckelwalen.

Warum das ernst ist

Die Rechercheplattform CeMAS dokumentierte in einer Studie, wie Telegram zur zentralen Plattform für Verschwörungsideologien und Rechtsextremismus in Deutschland wurde. Die größte deutschsprachige QAnon-Gruppe auf Telegram hat über 164.000 Abonnenten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz erforscht aktiv die Verbreitung von Verschwörungstheorien und Mobilisierungsaufrufen auf Telegram.

Im Fall Timmy zeigte der DWDL-Bericht über die Parallelwelten von „Timmy“ und „Hope“ genau diesen Effekt: Auf TikTok existiert eine komplett eigene Erzählung über den Wal, die sich von der Berichterstattung der klassischen Medien fundamental unterscheidet. Die Plattformen produzieren getrennte Realitäten über dasselbe Tier.

Das ist das eigentliche Problem: Nicht, dass jemand ernsthaft glaubt, Bill Gates steuere Wale per Chip. Sondern dass die Infrastruktur, die solche Theorien verbreitet, mittlerweile so mächtig ist, dass sie reale politische Entscheidungen beeinflusst.